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Forum Eifel 2014
Keine Panik, denn Szenarien sind keine Prognosen, die Eifel wird auch in Zukunft gute Überlebenschancen haben und Monschau kein zweites Bad Münstereifel werden. Diese Aussagen wurden am Freitag beim Forum Eifel im Innovationszentrum Himo in Imgenbroich bekräftigt.

Die Ouvertüre zum 15. Monschauer Wirtschaftstag war vielversprechend und zeigte durchweg gute Zukunftsperspektiven für die Eifel auf. Illustre Gäste, und hochkarätige Referenten, von Bürgermeisterin Margareta Ritter begrüßt befassten sich allesamt mit der Zukunft der Eifel . Die Frage, ob traditionelle Wirtschaft und Handwerk in der Technisierung 4.0 bestehen können, oder ob sie durch überörtliche Spezialisten verdrängt werden, stand zur Diskussion.

Gabriele Hilger, Leiterin der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, moderierte die Veranstaltung. Klaus Dosch, Projektleiter der Aachener Stiftung Kathy Beys, hatte die Zukunft ländlicher Räume, Denkanstöße, Trends und Szenarien im Fokus. „Die Zukunft ist eine offene Frage", sagte er, „Szenarien sind keine Prognosen."

Was passiert mit der Energie, mit der Globalisierung, mit dem demografischen Wandel, was mit den Finanzen? Die Herausforderungen werden groß sein, weiß Dosch. Viele Kommunen hätten heute bereits große Probleme, der Konkurrenzkampf werde immer größer. Der Redner erwähnte das große Straßennetz, das Monschau zu unterhalten habe.Auch eine Chancengleichheit stehe zur Diskussion. Die Wirtschaftsförderung werde eine große Herausforderung bleiben. „Wir müssen im Auge behalten, in welche Richtung es gehen wird. Da müssen wir durch", riet Dosch. Wichtig sei es, Mut zu haben, frühzeitig umzudenken, denn das Steueraufkommen in der Region werde weiter sinken.

„Es geht um Monschau, eine schöne Stadt. Hier muss etwas passieren", stellte Professor Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule (FH) Aachen, an den Anfang seiner Rede. Er befasste sich mit der Frage, wie die FH Aachen zur Strukturentwicklung ihren Beitrag leisten kann. Fakt sei: Hier wohnen mehr Menschen als hier arbeiten. „Es gibt hier erfolgreiche Firmen, Monschau hat durchaus etwas zu bieten", lobte Baumann. Die FH habe Untersuchungen gemacht, wie junge Leute ausgebildet werden und in Monschau arbeiten können. 80 Prozent der Bachelor- und Masterarbeiten würden in den Betrieben geschrieben. Baumann sprach von einem erheblichen Potenzial, das man besser nutzen sollte.

„Wir müssen für die Industrie etwas tun, damit die Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben, denn wir brauchen die Industrie." Der Dialog zu den Hochschulen sei wichtig und auch ein neues Miteinander in der Städteregion. Marcus Baumann schnitt die Rahmenbedingungen für einen vernünftigen Standort an, die FH suche Kontakte zu den Unternehmen in der Region. „Kommen Sie zu uns, wir werden auch für Monschau etwas tun", lud er ein.Vor Ort zu diskutieren und anzufassen, gemeinsam die Zukunft zu entwickeln, schlug Dr. Matthias Deindl, Bereichsleiter Informationsmanagement an der RWTH Aachen, vor. Möglichkeiten einer Kooperation mit den Firmen seien vorhanden. Ziel müsse es sein, Technik zu entwickeln, dabei auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und den Dialog zu suchen, denn der Mensch stehe im Mittelpunkt, er brauche aber bessere Informationen.

Einen Gegenpunkt zu Doschs „Szenarien" setzte Peter Jakobs, Personalleiter der Weiss-Gruppe, in seinem Vortrag. Er hob die Standorttreue am Stammsitz Monschau an praxisorientierten Beispielen hervor. Jakobs wünscht sich die Einrichtung eines Industriekindergartens, der gehöre zur Arbeit im Wandel mit dazu. Dies sei eine gemeinsame Aufgabe der Unternehmen und der Stadt Monschau.

Bürgermeisterin Margareta Ritter sagte anschließend, sie habe viel Brauchbares und Positives erfahren. „Jetzt ist es wichtig, Möglichkeiten für eine Umsetzung zu finden." Impulse seien vorhanden, die Eifel breit aufgestellt. Ritter denkt an eine gute Netzwerkarbeit. Für sie und auch Professor Baumann ist die Eifel „auf keinen Fall verloren", die Zukunft sehe nicht düster aus

Aachener Zeitung

 

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